Internationales Flößercamp

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Vom 29. Juli bis zum 04. August 2024 kommen in Magdeburg 30 junge Menschen aus Deutschland, Italien, Lettland, Rumänien, Slowenien und Spanien zusammen, um praktische Erfahrungen in der Flößerei zu erlangen. Gemeinsam bauen sie ein 20 Meter langes Floß, mit dem sie die Elbe befahren. Gestern stellten die Organisatoren in einem Pressegespräch die Planungen vor.

Die Internationale Flößerei-Vereinigung veranstaltet gemeinsam mit dem Bildungsträger Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt als Koordinator und dem rumänischen Verein Petro Aqua aus Petrosani erstmalig ein internationales Flößer-Camp mit Teilnehmenden aus Deutschland, Italien, Lettland, Rumänien, Slowenien und Spanien. Eine Woche lang, vom 29. Juli bis 04. August dieses Jahres, sollen in Magdeburg vor allem junge Flößerinnen und Flößer praktische Erfahrungen im von der UNESCO als „Immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ anerkannten Handwerk der Flößerei austauschen. Das Camp steht unter dem Motto „Der Weg des Holzes – vom Baum zum Floß in einem nachhaltigen Prozess einer klimagerechten
Wertschöpfung“ und wird aus dem Erasmus-Programm der Europäischen Union gefördert. Der Regionalleiter von Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt, Benjamin Gehne, betonte in diesem Zusammenhang: „Unser Ziel ist es, den internationalen Austausch zu stärken und gemeinsame europäische Werte und Identitäten zu fördern. Dieses Camp ist ein Symbol für länderübergreifendes Engagement und Zusammenarbeit. Als Bildungspartner des Weltflößerverbandes sind wir unheimlich stolz auf dieses gemeinsame Projekt.“

In dieser Woche sollen vor allem Erfahrungen im Bau von Flößen vorrangig unter jungen Leuten diskutiert werden. Erfahrene Floßmeister aus Schiltach im Schwarzwald und aus Lychen in Brandenburg stehen ihnen zur Seite. Der Landesforstbetrieb von Sachsen-Anhalt hat 20 mächtige, 19 Meter lange Stämme bereitgestellt. Daraus entsteht ein Floß von sechs Meter Breite und mehr als 20 Meter Länge, mit einer Masse von etwa 20 Tonnen. Der Höhepunkt wird die gemeinsame Floßfahrt auf der Elbe durch das Stadtgebiet sein.

Besonders anregend ist für alle Beteiligten, dass die Praktiken der Flößerei erneut hier in Magdeburg präsentiert werden können. Die Stadt verfügt über eine lange Geschichte auf diesem Gebiet; besonders für den Wiederaufbau nach 1631 haben die Holztransporte auf der Elbe erheblich zum Erfolg beigetragen

Das Floß soll übrigens weiter genutzt werden, schließlich findet im nächsten Jahr erstmalig der Deutsche Flößertag in der Landeshauptstadt Magdeburg statt, auch aus Anlass der ersten urkundlichen Erwähnung der Elbeflößerei vor 700 Jahren.

Der Präsident der Internationalen Flößerei-Vereinigung und Leiter der Fachgruppe Elbeflößer im Kultur- und Heimatverein Magdeburg, Frank Thiel, sagte: „Ich bin sehr glücklich, dass wir mit Hilfe von Arbeit und Leben ein solches Projekt verwirklichen können. Der bisherige Informationsaustausch mit den Teilnehmern per Videokonferenzen hat gezeigt, dass sich die jungen Leute auf die gemeinsame Zeit und die Stadt Magdeburg freuen, die sie erstmals kennenlernen. Wir wollen alles dafür tun, dass wir miteinander eine tolle Zeit erleben.“ An unserem Abschlusstag findet die Riverside@Night statt, die natürlich besucht werden soll.

Für Gespräche mit den Teilnehmern bzw. Video- und Tonaufnahmen empfehlen wir den Besuch an unseren beiden Floßbautagen vor Ort (30. und 31. Juli 2024) in der Zeit zwischen 11 und 17 Uhr. Die Einbindestelle befindet sich in unmittelbarer Nähe des Segel-Klubs Sturmvogel (Nachtigallenstieg, Magdeburg-Salbke). An dieser Stelle wird auch am Donnerstag, den 1. August 2024, gegen 10.00 Uhr das Floß abfahren. Dort stehen die Teilnehmer für Gespräche zur Verfügung, darunter auch der Schirmherr, Wirtschaftsminister Sven Schulze, der die Fahrt mit absolvieren wird. Nach ca. 3-4 Stunden wird das Floß im Industriehafen/Hanse-Terminal ankommen

Das Camp selbst befindet sich auf dem Gelände des Wassersportvereins Buckau/Fermersleben (Elbweg 3, Magdeburg). Unsere „Verkehrssprache“ ist Englisch; Übersetzungen – falls gewünscht – sollten möglich sein.